Frau Prem, eine Opernsängerin als Romanschriftstellerin: Das ist mehr als ungewöhnlich. Wie kam es dazu?
U.Prem: Nun, meiner Ansicht nach muss sich Kreativität nicht unbedingt auf ein Gebiet beschränken!
Schreiben war für mich schon immer ein hervorragendes Ausdrucksmittel!
"Vorsicht Liebensgefahr! " ist allerdings das erste schriftstellerische Werk, mit dem ich mich an die Öffentlichkeit wage.
Und damit haben Sie wirklich Mut bewiesen! Das Buch behandelt nicht nur eine extreme Thematik, sondern enthält auch einige sehr detaillierte erotische Szenen.
U.P.: Das ist mir wohl bewusst. Anders wäre das Thema auch nicht darstellbar gewesen!
Mich interessiert es, menschlichen Extremsituationen nachzuspüren . Dies mag zum Teil an meinen von der Bühne mitgebrachten Erfahrungen liegen, von denen ich natürlich auch beim Schreiben profitieren konnte.
Gibt es persönliche Begebenheiten in Ihrem Leben, durch welche Sie zu diesem Buch angeregt wurden?
U.P.: Natürlich begegnet einem im Leben manches.
Doch mir geht es beim Schreiben nicht darum, mein eigenes Leben aufzuzeichnen. Wen würde das interessieren?
Vielmehr kommt es mir darauf an, den Bodensatz eigenen Erlebens wie einen Dünger für etwas Neues zu nutzen.
Ob mir das gelungen ist, das müssen
die Leser entscheiden!
Sie identifizieren sich also nicht mit Ihrer Hauptfigur, der erfolgreichen Schriftstellerin Leonore Habermann?
U.P.: Nein! Im Laufe des Schreibens gewann sie ein
sehr starkes Eigenleben in mir. Sie bringt sich in eine unsägliche Situation! Oftmals wollte ich ihr unterhalb des
Schreibens zurufen: "Jetzt tu doch endlich etwas!
Wehre dich!"
Aber sie zog es lange Zeit vor, störrisch zu bleiben.
Ihr letztendlicher Befreiungsschlag war deshalb auch für mich befreiend! (lacht) Die vollkommene Hörigkeit, die Ihre Heldin gegenüber ihrem Peiniger Marek entwickelt, wirkte auf mich sehr überraschend. Anfangs skizzieren Sie sie doch als erfolgreiche, attraktive, selbstbewusste Frau! Scheinbar ein Anti-Opfer-Typ! U.P.: Wie Sie selbst sagen: Das ist nur scheinbar so! Denn gerade selbstbewusste Frauen neigen, besonders wenn sie kinderlos sind, zur Ausprägung eines mehr oder weniger starken Helfersyndroms. Gegen die Mitleidsmasche, geschickt eingesetzt, sind sie oft wehrlos. |